Das Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ schlug im vergangenen Jahr eine ungewöhnliche, da gefühlt sehr niedrigschwellige Aktion vor: Den Dokumentarfilm „Surf on, Europe!“ an die Schule zu bestellen und mit Schülerinnen und Schülern ab Jahrgang 9 zu schauen. Dafür stellte Veyveyfilm uns nach der Anmeldung auch ein pädagogisches Begleitheft zur Verfügung, sodass der Film auf Wunsch auch mit den Lerngruppen vor- und nachbereitet werden konnte.
Der Trailer versprach die Themen der europäischen Idee, Fluchterfahrung und Queerfeindlichkeit. Damit bietet der Film natürlich zahlreiche Anknüpfungspunkte an Schule mit Courage-Themen.
Für die Filmvorführung, die am Montag, den 29.01.2026, nachmittags stattfand, hatten sich dann 129 Teilnehmende gemeinsam mit ihren Lehrkräften angemeldet: Die Klasse 9B, ein Deutsch-Kurs der EF, der SoWi-LK der Q1 sowie die gesamte Q2.
Beim Schauen des Films verschoben sich die Themen ein wenig gegenüber der Vorerwartung. Aufgrund der Surf-Thematik bekamen wir natürlich großartige Landschaftsaufnahmen und mitreißende Surfbilder zu sehen. Die EU wurde vor allem durch einen irischen Surfer thematisiert, einer der drei Hauptprotagonisten des Films. Er berichtete von den Folgen des Brexits für das geteilte Irland und vor allem die irische Wirtschaft sowie seine Selbstständigkeit beim Surfbrettbau. Eindrucksvoll bekamen wir bei einem anderen Protagonisten die Nähe von Spanien zu Marokko und damit zum afrikanischen Kontinent zu sehen: Man kann hinüberschauen. Aus diesem Grunde landen in Tarifa (Spanien) regelmäßig Boote mit Geflüchteten vom afrikanischen Kontinent. Wir bekamen hier erfolgreiche Geflüchtete und deren überbordende Emotionen zu sehen, aber hörten auch von Bootsunglücken und Geflüchteten, die den europäischen Kontinent leider nicht mehr lebend erreichen. Eindrucksvoll war auch die Familiengeschichte des in Tarifa lebenden Surfers, der aus Marokko stammt und seine Familie nach Spanien holen möchte. Die dritte in Biarritz (Frankreich) lebende Protagonistin schließlich begleiteten wir bei der Organisation eines queeren Surffestivals bzw. eines Festivals, bei dem zwar alle mitfeiern können, aber die Surferinnen und Acts ausschließlich aus der FLINTA[1]-Community stammen.
Bei den Schülerinnen und Schülern kam der Film sehr gemischt an: Von „teilweise langweilig“ bis „zu wenig appellativ“ war vieles dabei. Bei aller Kritik („zu wenig Europabezug“, „zu viel Surfen“) scheint der Film aber insgesamt positiv angekommen zu sein. Jaden Schäfer (Q2) hat sehr gut erkannt, dass der Film vor allem darstellen konnte und wollte, wie wichtig die Freiheit ist. Damit lässt sich sagen, dass die Filmvorführung einen wichtigen Beitrag zur Demokratieförderung an unserer Schule geleistet hat.
[1] FLINTA steht für Frauen, Lesben, Intersexuelle, Non-Binäre, Transfrauen, und Agender, also Personengruppen, die sich eine Gleichberechtigung noch erkämpfen müssen.


