Westfälische Nachrichten, 05.12.2018 (von Katja Niemeyer)

Große Qualmwolken steigen hinter dem Westerkappelner Schulzentrum auf. Da, wo sich die Rauchschwaden ein wenig lichten, kommen Kinder zum Vorschein mit Atemschutzmasken im Gesicht. Einige hantieren mit Feuersteinen, andere mit Messern. Für einen zufälligen Passanten wirken die Bilder vermutlich irritierend.

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In der Steinzeit-Sippe schnitzen Kinder Speere und lernten, wie sie mit Feuersteinen ein Feuer entzünden können. Foto: Katja Niemeyer

Tatsächlich ging aber alles mit rechten Dingen zu im sogenannten Garten Eden. Dafür hatten Kai Schröter, Lehrer der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, und Johannes Herfurth von der Westerkappelner Elterninitiative für Spielen und Erleben schon gesorgt. In ihrer „Werkstatt Geschichte“ verwandelten sich ihre kleine Gäste – Viertklässler umliegender Grundschulen – für zwei Stunden in Steinzeitmenschen. Das Programm war Teil des Forschertages, zu dem die Gesamtschule alle Viertklässler der Grundschulen in Westerkappeln und Lotte eingeladen hatte.

Eine Weile dauerte es schon, bis die Kinder den Dreh raus hatten mit den Feuersteinen, die Funken übersprangen und ein Feuer in den Eisenschalen entbrannte. Dann aber waren die Freude und der Applaus groß.

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In der „Werkstatt Geschichte“ verwandelten sich die Viertklässler umliegender Grundschulen für zwei Stunden in Steinzeitmenschen Foto: Katja Niemeyer

Ihre Kameraden schnitzten derweil aus Zweigen spitze Speere. Mit den steinzeitlichen Jagdwaffen sollten sich die Kinder vor imaginären Tieren schützen – einige Meter entfernt lauerten, aufgemalt auf großen Plakaten, ein Höhlenbär und ein Säbelzahntiger.

Wirklich furchterregend schienen sie aus Sicht der Kinder aber nicht zu sein. „Oh, wie süß“, so der Kommentar eines Mädchens.

Neben der Entdeckungsreise in die Steinzeit hatte die Gesamtschule für den Forschertag drei weitere, jeweils zweistündige Aktionen für die kleinen Gäste vorbereitet: In einem naturwissenschaftlichen Angebot gingen sie unter der Leitung des Lehrers Dr. Jörg Nordmann der Frage nach, warum Rotkohl auch als Blaukraut bekannt ist.

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Auch chemische Versuche standen beim Forschertag auf dem Programm. Foto: Katja Niemeyer

Im Robotik-Kursus stand die Programmierung eines Lego-Roboters auf dem Programm und im Technik-Kursus der Bau einer Papierbrücke. Der Steinzeit-Sippe gelang es übrigens am Ende des Forschertages, ihr Überleben zu sichern. Mit dem Feuer hätten sie ihre Jagdbeute braten können. Während sie mit den Speeren einen Höhenbär und einen Säbelzahntiger hätten abwehren können. Das blieb aber freilich reine Theorie.