Westfälische Nachrichten, 24.09.2018 (von Erna Berg)

138 Leseratten aus Westerkappeln und Lotte haben beim Sommerleseclub 2018 mitgemacht und dabei mehr als 536 Bücher gelesen. Am Freitag feierten sie ihr Abschlussfest in der Gemeinschaftsschule in Wersen.

Aktion soll fuer das Lesen begeistern Der Club der jungen Leser image 1024 width
Bitte nicht stören: Judith, Rabia, Daniel, Mona, Lena und Nils (von links) sind sechs der insgesamt 138 Kinder, die beim Sommerleseclub 2018 mitmachten. Foto: Erna Berg

Zum sechsten Mal wurde der Sommerleseclub organisiert, gefördert vom Familienministerium in Düsseldorf. In der Gemeinschaftshaupt- und Gesamtschule Lotte-Westerkappeln betreute Deutschlehrerin Astrid Hübner die Kinder und Jugendlichen. In den drei Lotter Gemeindebüchereien begleitete Beate Diesel und in Westerkappeln Margaretha Deimann die Leseaktionen. Drei Bücher pro Kind sollten in den Ferien mindestens gelesen werden. Von den 138 gemeldeten Schülern haben 89 durchgehalten.

„Die Teilnehmerzahlen sind etwa gleichbleibend, das liegt in erster Linie am Juni-Vorleseclub bis zur vierten Klasse, in dem sich die Kinder wesentlich besser motivieren lassen. 69 Kinder haben in der Bücherei Lotte, 44 in Westerkappeln Bücher ausgeliehen“, berichtete Beate Diesel. Es nähmen generell mehr Mädchen am Sommerleseclub teil, aber bei jüngeren Kindern würden es die Eltern schaffen, auch die Jungen zu motivieren.

Die drei Frauen und Bruno Diesel organisierten wieder einmal ein fröhliches Abschlussfest. Viele Eltern und Geschwister begleiteten die fleißigen Leser. Ein Exklusiv-Interview gab die achtjährige Mona gleich zu Beginn den Bürgermeistern aus Lotte und Westerkappeln, Rainer Lammers und Annette Große-Heitmeyer. Die beiden hatten erfahren, dass die Drittklässlerin satte 45 Bücher gelesen hatte. Mona erzählte, dass sie am liebsten Pferdebücher lese: „Bevor die Bücherei im Sommer schloss, habe ich noch eine ganze Büchereitasche voll ausgeliehen.“ Das bestätigte Mama Melanie lächelnd: „Es waren 15 Bücher, einige über 100 Seiten stark, die Tasche ist sogar gerissen.“ Ein dringendes Problem verriet Mona: „Ich finde eigentlich gar keine neuen Bücher mehr!“

Die beiden Bürgermeister lobten die Eltern für ihre Unterstützung. „Das Lesen ist etwas ganz Besonderes im Handy-Zeitalter“, meinte Lammers. Auch Große-Heitmeyer äußerte sich beeindruckt: „Lesen bildet und regt die Fantasie an. Ihr könnt eintauchen in eine andere Welt. Bewahrt euch das, und wir versprechen euch, dass die Büchereien aufgestockt werden.“

Dann ging die Post ab mit Aktions- und Sprachkünstler Davidci, der die Kinder ganz nahe an die Bühne holte. Mit Klamauk, Jonglieren, Akrobatik und Zauberei unterhielt er sein „wohlgenährtes Pupslikum“.

Nachdem die drei Organisatorinnen und beide Bürgermeister die Urkunden an die Kinder verteilt hatten, bekamen 25 strahlende Leser Preise, umweltfreundlich in Zeitungspapier eingepackt, aus der Tombola überreicht, die von den Grünen gesponsert wurden. Niemand musste traurig sein, denn alle anderen erhielten Trostpreise.