Westfälische Nachrichten, 25.09.2019

Gesamtschueler im Kampf gegen den Muell Man muss nur anfangen image 1024 width
Die Klasse 7e mit ihrer Klassenlehrerin sammelte am Mittwoch in Alt-Lotte den unachtsam weggeworfenen Müll. Foto: Juliane Schiepeck

An der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln war jetzt Projektwoche. Die Siebentklässler sammelten Müll. Einer muss ja anfangen, meinte die Jugendlichen.

Während es sich der Jahrgang 6 laut Pressemitteilung auf Wangerooge gut gehen ließ, der Jahrgang 8 in England seine Sprachkenntnisse aufpolierte und der Jahrgang 10 auf Abschlussfahrt in Berlin weilte, blieben die 5. Klassen und 7. Klassen mit ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern allein in Westerkappeln und Wersen zurück. Bei den 7.-Klässlern in Wersen stand die Projektwoche unter dem Motto „Nachhaltigkeit“.

In diesem Rahmen ging Juliane Schiepeck, Klassenlehrerin der 7 c, mit jeder der fünf Klassen ein Mal für drei bis vier Unterrichtsstunden hinaus in die Gemeinde Lotte und sammelte Müll, der es noch nicht in einen Abfalleimer geschafft hatte.

ehrmals hatte sich Schiepek zur Vorbereitung mit Bürgermeister Rainer Lammers getroffen, um sich über die Müllschwerpunkte in der Gemeinde zu informieren. Dazu nahm sich Lammers sogar die Zeit, der ortsunkundigen Lehrerin die vermüllten Flecken persönlich zu zeigen.

Ausgestattet mit Warnwesten, Arbeitshandschuhen, Zangen und Mülltüten hat die 7 c den Niedringhaussee, im Volksmund auch Sundermannsee genannt, umrundet. Pro Schülerkopf sammelten sie etwa eine volle Mülltüte mit Unrat, darunter ein aufblasbarer Flamingo, ein Grill, Beutel mit den Hinterlassenschaften von Hunden sowie jede Menge gefüllter Windeln und Taschentuchpackungen.

Am Dienstag sammelte die 7b direkt ab der Schule in Wersen Müll. So wurde zum Beispiel der Rathausplatz und der Bereich um die Bringenburg aufgeräumt. Bei der anschließenden Reflexion in der Klasse hielt ein Schüler ein flammendes Plädoyer, dass auch einzelne Personen etwas gegen den Müll bewirken können – man müsse nur damit anfangen. Daraufhin erhielt er laut Mitteilung von der gesamten Klasse Applaus.

Am Mittwoch waren dann zwei Klassen in Alt-Lotte unterwegs, um auch rund um das Haus Hehwerth, das Lotter Stadion und die Siedlung am Saerbecker Damm die Tüten zu füllen. Die 7d bildete am Freitagvormittag das Schlusslicht und war in Büren unterwegs, um das Ortsbild etwas aufzupolieren.

Die ganze Woche befreiten die Jugendlichen also Wege und abgelegenere Büsche von Müll, an dem sich Tiere verletzen könnten, der auf kurz oder lang ins Meer gelangen könnte und als Mikroplastik in unseren Mägen, oder der auch einfach nur das Stadtbild stört, da vor allem Plastikmüll nicht verrottet. Das Staunen über die Dinge, die Menschen so achtlos wegwerfen, ist laut Mitteilung bei den Schülern groß – ebenso die Motivation, künftig umso mehr darauf zu achten, den eigenen Müll immer ordnungsgemäß zu entsorgen. Die überwiegende Zahl der Schüler wolle die Aktion gerne wiederholen.