Westfälische Nachrichten, 07.05.2018 (von Luca Pals)

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Am Samstag drehte sich im Westerkappelner Schulzentrum alles rund um die Technik. Clevere Köpfchen und coole Roboter zeigten, was sie können. Bereits zum dritten Mal war die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln Ausrichter des Regionalwettbewerbs der „World Robot Olympiad“ (WRO).

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Hoffentlich klappt alles, wie es sich die Teilnehmer wünschen: In den kleinen Robotern steckt eine Menge Technik und noch viel mehr Arbeit. Foto: Luca Pals

Langsam fährt er voran, steuert einen Lego-Baustein an und kommt vor ihm zum Stehen. Nun streckt er seine beiden Greifarme aus und nimmt den Stein behutsam auf, fährt mit ihm in Richtung Ablegestelle, platziert ihn an Ort und Stelle und macht sich – in Windeseile, aber immer mit Bedacht, die weiße Linie nicht zu überschreiten – in Richtung Parkplatz auf. Dort parkt er. Noch in der vorgegebenen Zeit. Seine Besitzer sind erleichtert, dass ihr Kleiner den Weg ins Ziel gefunden hat. Der Kleine ist ein Lego-Roboter, in dem eine Menge drin steckt: Bereits zum dritten Mal war die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln  Ausrichter des Regionalwettbewerbs der „World Robot Olympiad“ (WRO). Am Samstag drehte sich im Schulzentrum alles rund um die Technik.

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Mit viel Präzision wurden die Bausteine von A nach B transportiert. Foto: Luca Pals

Konkret sah das so aus: Die aus zwei bis drei Personen bestehenden Teams traten in verschiedenen Aufgaben mit ihren Robotern gegeneinander an: Etwas leichtere Missionen bei den Junioren (14 bis 16 Jahre), etwas kniffligere bei den Senioren (16 bis 19 Jahre).

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Foto: Luca Pals

Rund um das Thema „Food Matters“ bauten die Schüler-Teams, die aus ganz Norddeutschland kamen, in 150 vorgegebenen Minuten ihre Roboter zusammen. Der Thementag drehte sich um die Produktion, Verwertung und Verwendung von Lebensmitteln – nachhaltige Landwirtschaft, die durch den Einsatz neuster Technik effizient gestaltet werden kann: Präzisionsackerbau.

Beim Bauen erlaubt: Vieles, aber nicht alles – wie Simon Hagen von der WRO erklärt: „Der Roboter besteht aus Lego, natürlich mit Motoren zum Fahren und Anheben. Dazu besitzen die Roboter Druck-, Farb- und Ultraschallsensoren.“ Diese helfen beim Fahren über die Linien, erkennen die richtig anzuhebenden Bauteile und helfen bei der Abstandsmessung. Ganz schön clever – dies Lego-Roboter.

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Immer schön auf der schwarzen Linie entlang – verschiedene Sensoren machen es möglich. Foto: Luca Pals

Und erst die Schüler. Da kommen auch die Lehrer ins Schwärmen. Wie Judith Liedtke, eigentlich für Biologie und Deutsch zuständig, war Schiedsrichterin an diesem Wochenende: „Als Laie ist das sehr beeindruckend, was die Schüler hier Jahr für Jahr entwickeln.“ In die Regeln könne sie sich schnell reinlesen: Etwa vier Seiten umfassen diese, ihre wichtigste Aufgabe an den Tischen: Punkte für gelungenen Aufgaben und Strafpunkte bei Regelverstößen zu verteilen.

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Foto: Luca Pals

Die Aufgaben – sehr unterschiedliche. Ein Beispiel: Am Senioren-Tisch muss ein Roboter über die weiße Linie zu den „Lego-Setzlingen“ fahren, die Farbe erkennen und an seine richtige Stelle bringen. Dabei haben die Schüler – wie bei allen Aufgaben – zwei Minuten Zeit, können die Aufgabe bei Zeitdruck auch eher abbrechen: Ist der Roboter nach zwei Minuten nicht auf dem Parkplatz, gilt die Aufgabe als nicht gelöst.

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Foto: Luca Pals

Also stehen die Schüler Reih an Reih, vor ihnen die kleinen Roboter, und warten auf ihre Einsätze. Dabei kommen die Teilnehmer von weit her. Wie Malte Laukiem und Werner Münch aus Paderborn. Für beide das Faszinierende: „Man kann seine eigenen Ideen entwerfen und dabei gibt es viele verschiedene Lösungen.“ Ahnung müssen die beiden ja haben, standen sie doch vor vier Jahren im WM-Finale in Katar, scheiterten dort und sagen: „Das war eine klasse Erfahrung.“ Ähnliches kann Achtklässler Alexander Bittner aus Westerkappeln berichten. Er war im deutschen Finale in Dortmund dabei und meint: „Man macht sich viele eigene Gedanken. Dabei trifft man sehr viele neue nette Leute.“

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Ob Junge oder Mädchen – am Wochenende waren aus ganz Norddeutschland junge technische Cracks in Westerkappeln. Foto: Luca Pals

Eine klasse Erfahrung war der Tag wohl auch für Bürgermeisterin Annette Große-Heitmeyer: „Ich sehe in den Kindern absolutes Potenzial. Wir unterstützen und begrüßen dies sehr und stehen immer im engen Kontakt mit der Schule.“ Für die technische Ausbildung ihrer Schüler bietet die Gesamtschule ab Klasse fünf eine Robotic-AG an, diese geht bis zur achten Klasse, laut zuständigen Lehrer Jens Schütte „sei aber kein Ende in Sicht.“ Viele Mädchen und Jungen tummelten sich am Samstag um die Tische, auch in der AG sieht das so aus – weiß Lehrer Thorsten Freese: „Die Waage zwischen Jungen und Mädchen hält sich sehr gut.“ Also eben nicht nur Männersache.

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Foto: Luca Pals

Beruflich in die Technik einsteigen – für viele der Schüler ein großer Traum. Und natürlich war auch die Arbeitswelt vor Ort. Elisabeth Braumann, geschäftsführend im Vorstand der Stiftung Adelheid Windmöller tätig, meint: „Wir brauchen für die Zukunft hoch-qualifizierte junge Menschen. Die Förderung des Wettbewerbes liegt uns sehr am Herzen.“

Tom Adomeit Leander Schoene und Kierol Smith aus Westerkappeln stellten ihre Bewaesserungs Anlage nach eigenen Ideen vor image 1024 width
Tom Adomeit, Leander Schöne und Kierol Smith aus Westerkappeln stellten ihre Bewässerungs-Anlage nach eigenen Ideen vor. Foto: Luca Pals

Insgesamt gab es an diesem Wochenende 28 Teams, einige von ihnen nahmen an der „Open Category“ teil. Auf der Basis eigener Recherchen und Ideen entwickelten die Schüler komplexe Modelle. Ein Beispiel: Tom Adomeit, Leander Schöne und Kierol Smith aus Westerkappeln bauten eine Unterwasser-Anlage für afrikanische Bauern. Somit könnten diese mehr als einmal im Jahr ernten und Hungersnöte vermieden werden: Ideen, die die Welt braucht.

Tom Adomeit Leander Schoene und Kierol Smith aus Westerkappeln stellten ihre Bewaesserungs Anlage nach eigenen Ideen vor image 1024 width
Foto: Luca Pals

Die Wochenend-Besten qualifizierten sich für die deutschen Meisterschaften in Passau, das WM-Finale findet in Thailand statt.