Westfälische Nachrichten, 02.11.2018 (von Frank Klausmeyer)

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Der Ball rollt: Schüler der Gesamtschule nahmen den neuen Kunstrasenplatz am Mittwoch gleich für ein Testspiel in Beschlag.Unter dem „Teppich“ liegt eine elastische Tragschicht. [...] Der Platz ist auch für Bewegung ohne Ball geeignet. Foto: Frank Klausmeyer

Egal ob Schnee oder Dauerregen, der Kunstrasenplatz ist bei Wind und Wetter nutzbar. Das wissen die Kicker des TSV Westfalia 06 Westerkappeln und vom SC VelpeSüd sicher zu schätzen. Wolf Häke, Vorsitzender der Westfalia, erinnerte an Anfang 2016. Damals seien alle Rasenplätze wegen der schlechten Verhältnisse gesperrt gewesen. Fußball war nicht möglich. „Spätestens da war klar, dass wir einen Kunstrasen brauchen.“

Der Verein habe das Gespräch mit der Gemeinde gesucht und dabei ein gutes Ergebnis erzielt, „weil daraus ein Sportstättenkonzept geworden ist.“ Häke dankte auch im Namen von Markus Nottebaum, Vorsitzender des SC VelpeSüd, Rat und Verwaltung für die Unterstützung. Als „Königstransfer“ bezeichnete er in diesem Zusammenhang, dass man Reiner Nietiedt, der sonst eher dem Tennissport zugetan ist, für das Projekt habe begeistern können.

Der neue Platz wurde im Wesentlichen durch die Gemeinde finanziert. Die beiden Sportvereine brachten sich durch Eigenleistung ein. Überdies dankte Rainer Budke, stellvertretender Vorsitzender der Westfalia, diversen Sponsoren, die unter anderen die Trainerbänke gestiftet haben. Auch gibt es einen Unterstand mit Kiosk, den der Verein selbst bezahlt.

„Gemeinsam kann man viel erreichen“, meinte Budke, der auf Vereinsseite so etwas wie der Projektleiter war. Ehrenamt mache Spaß. Ohne solch freiwilliges Engagement sei eine Gemeinde relativ arm, betonte er. Auch Bürgermeisterin Große-Heitmeyer appellierte, insbesondere an Jugendliche, sich für die Allgemeinheit und vielleicht in der Politik zu engagieren. Sie wies an dieser Stelle auf das Projekt „Provinzhelden“ hin ( www.provinzhelden.info )

Eingesegnet wurde der Platz durch Pfarrer Shaji George. Sein evangelischer Kollege Olaf Maeder hatte zuvor alle, die auf dem neuen Platz spielen, Freude gewünscht. „Egal, mit welcher Taktik gespielt wird, es geht um Fair Play.“ Dies solle auch abseits des Sports gelten.

Nach der kurzen Einweihungsfeier rollte dann der Ball. Jungs und Mädchen der benachbarten Gesamtschule durften zuerst gegen das runde Leder treten, aber auch Übungen ohne Ball standen auf dem Plan. Denn der Kunstrasenplatz ist grundsätzlich ebenso für Bewegung jenseits des Fußballs geeignet. Manfred Stalz, Leiter der Gesamtschule, war sichtlich von den neuen Möglichkeiten angetan. Die schuleigene Fußball-AG brauche nun im Prinzip keine Hallenzeiten mehr.

Am Nachmittag absolvierten die vier E-Jugendmannschaften der neuen Spielgemeinschaft Westerkappeln/Velpe ein „öffentliches“ Training. Am Abend traten dann zwölf Mannschaften zu einem kleinen Spaß-Turnier an. Mit dabei waren nicht nur aktive Fußballer, sondern beispielsweise auch Kicker der Freiwilligen Feuerwehr und aus der Tennisabteilung.

Die Gemeinde habe sich so etwas wie den „Mercedes unter den Kunstrasen“ geleistet, versicherte die Bürgermeisterin. Dabei sei es aber nicht um Luxus, sondern um die Langlebigkeit des Geläufs gegangen. Nach letzten Angaben aus dem Rathaus hat der Platz rund 430 000 Euro gekostet.