Westfälische Nachrichten, 18.10.2018 (von Dietlind Ellerich)

Katja, Malte, Philipp und Tyler sind mit Holz, Hammer und Schrauber am Werk – und inzwischen auf der Zielgeraden.

Projekt Generationen Werkstatt Sitzfass zimmern statt bueffeln image 1024 width
Die Jugendlichen Philipp, Tyler, Malte und Katja (von links) hatten Spaß am Projekt „Generationen-Werkstatt“ unter dem Dach der Derix-Gruppe. Unter der Aufsicht ihres Mentors Heinrich Wilhelm fertigten sie ein Sitzfass, das demnächst auf dem Schulhof stehen wird. Foto: Dietlind Ellerich

 
Die Fertigstellung des Sitzfasses in der großen Halle der Derix-Gruppe in Velpe steht unmittelbar bevor. Die beiden Sitzbänke und Tischplatte dazwischen fehlen noch. Sie sind die Aufgabe für die letzte Doppelstunde, die sich das Quartett der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln unter der Aufsicht seines Mentors Heinrich Wilhelm auf die Fahne geschrieben hat.

„Generationen-Werkstatt“ heißt das Projekt der Ursachenstiftung Osnabrück, das das Velper Unternehmen und die insgesamt sechs Schüler (Leo und Mirko konnten am letzten Arbeitstag nicht dabei sein) in den vergangenen sechs Wochen gemeinsam gemeistert haben (WN berichteten).

Was für das Unternehmen eine Chance bedeutet, frühzeitig mögliche Auszubildende kennenzulernen, ist für die Achtklässler eine gute Gelegenheit, in ein Berufsbild hineinzuschnuppern und es für sich zu erobern oder auch auszuschließen. „Fachkräfte kommen über Mund-zu-Mund-Propaganda zu uns, Auszubildende zu bekommen, ist äußerst schwierig“, weiß Derix-Mitarbeiter Dieter Recker aus Erfahrung.

Sechs Wochen lang haben die sechs Jugendlichen jeweils zwei Stunden statt in der Schule im Unternehmen verbracht und unter den Fittichen des „Unruheständlers“ Heinrich Wilhelm das Sitzfass gebaut, das in Zukunft der Hingucker auf dem Schulhof werden soll.

„Schade, ich hätte gerne weiter gemacht“, zieht Katja ein positives Fazit ihres Gastspiels in Velpe. Sie hatte zuvor zu Hause im kleineren Rahmen gerne gebaut und die Chance genutzt, in der „Generationen-Werkstatt“, einmal etwas Größeres auf die Beine zu stellen.

Der 13-Jährigen hat die Arbeit im Betrieb Spaß gemacht. Ebenso wie ihrem Mitschüler Tyler, der Handwerks-Luft schnuppern wollte und seine Erwartungen erfüllt sieht. Besonders spannend fand er die große Zuschneidemaschine, die alles rund ums Holz vollautomatisch erledigt.

Auch Malte hatte schon immer Interesse am Bauen und hat in den vergangenen Wochen gerne „mit großem Holz“ gearbeitet. Er kann sich gut vorstellen, nach der Schule eine Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker zu absolvieren. Philipp fand es ebenfalls schön, ein anderes als das von ihm favorisierte Berufsfeld „Kfz-Mechatroniker“ kennenzulernen.

Voll des Lobes ist Heinrich Wilhelm, der die sechs Jugendlichen auf ihren Schritten in der Praxis begleitet hat. „Die wollen etwas tun und beschäftigt werden“, hat er beobachtet, und er freut sich, dass die Schüler so neugierig und interessiert bei der Sache waren.

Nach den Herbstferien soll das dann fertige Sitzfass von der Halle des Velper Unternehmens auf den Schulhof umziehen. Nicht nur die sechs jungen Handwerker wollen das große Fass aus Fichtenholz in Beschlag nehmen, auch bei den Mitschülern wird es vermutlich hoch im Kurs stehen.