Westfälische Nachrichten, 13.06.2018 (von Dietlind Ellerich)

Gesamtschueler bei Bundesfinale der World Robot Olympiad Gute Chancen fuer die Drei aus 7 c image 1024 width
Leander Schöne, Kieran Smith und Tom Adomeit (von links) aus der 7c der Gesamtschule möchten mit ihrer Meerwasserentsalzungsanlage beim Bundesfinale der World Robot Olympiad gerne das Ticket für das Weltfinale in Thailand lösen.

Sie möchten im November gerne nach Thailand. Nicht in den Urlaub, sondern zum Weltfinale der World Robot Olympiad. Doch bevor Tom Adomeit, Leander Schöne und Kieran Smith weiter von Asien träumen können, müssen sie sich am Wochenende erst einmal den Herausforderungen des Bundesfinales in Passau stellen.

So ganz schlecht stehen die Chancen für das Trio nicht. Von den 30 Teams, die sich bundesweit qualifiziert haben, werden voraussichtlich 13 antreten. Die ersten drei Teams dürfen dann nach Thailand fliegen.

Zunächst aber geht es für die Siebtklässler der Gesamtschule mit den Eltern und mit Fachlehrer Thorsten Freese nach Süddeutschland. Ganz unspektakulär mit dem Auto. Spektakulär ist allerdings ihr wichtigstes Gepäckstück, das Modell, mit dem sie in der Open Category des Regionalentscheids Anfang Mai den zweiten Platz gemacht und die Qualifikation für Passau geschafft haben.

Mit einer durch Fotovoltaik betriebenen Meerwasserentsalzungsanlage möchten die 13-Jährigen dort punkten. Warum und wo eine solche Anlage zum Einsatz kommen könnte, wissen die Drei ganz genau. „In küstennahen Wüstenregionen sind die Menschen mit einer solchen Anlage mit selbstständiger Pflanzenbewässerung von unten nicht mehr auf die Regenzeit angewiesen, sondern sie können mehrmals im Jahr Nahrungsmittel anbauen und ernten”, beschreiben sie ihre Idee, die sie seit Beginn des Jahres in die Tat umgesetzt haben.

Planen, Schrauben und Montieren standen im Wahlpflichtkursus Technik und im Projektunterricht insgesamt sieben Stunden pro Woche auf ihrem Stundenplan. Mit Materialien, die Verwandte und Lehrer Freese ausrangiert hatten, mit allem, was der Chemieraum hergab, und einigen Dingen, die sie noch kaufen mussten.

In der Anlage steckt nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Herzblut, schließlich möchten Leander, Kieran und Tom ganz vorne dabei sein. Wenn sie am Wochenende ihre beiden Auftritte vor der Jury absolvieren, wird das wohl nicht ohne Lampenfieber über die Bühne gehen. Doch die Jungen sind guten Mutes. Jeder weiß, was er zu tun und zu sagen hat, wenn es darum geht, die Anlage vorzustellen, die dazu beitragen kann, den Welthunger zu bewältigen.

Destillation von Salzwasser, Fotovoltaikantrieb, Kühlung durch Windräder, selbstständige Bewässerung von unten, es funktioniert, auf dem kleinen Feld unter der verstellbaren Fotovoltaikanlage wächst bereits Kresse.

Am Donnerstag müssen sie alles in den Bulli packen, den Thorsten Freese für Passau gemietet, und an jedes winzige Detail denken. Wäre schade, wenn bei der Präsentation etwas fehlen würde. Am Freitag geht es dann los, und viele werden die Daumen drücken, damit die Drei aus 7c wieder ganz vorne mitmischen.