Die Gesamtschule Lotte-Westerkappeln hat als noch relativ junge „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in diesem Jahr zum ersten Mal am jährlich stattfindenden Anne Frank-Tag teilgenommen. Jede Klasse der Jahrgänge 5 bis 10 hat sich an diesem 10.06.2022 bzw. in dieser Woche mindestens eine Stunde mit Anne Frank beschäftigt. Dabei erfreuten sich die von den Organisator*innen bereit gestellte Plakatausstellung und die Anne Frank-Zeitung großer Beliebtheit und stießen auf breites Interesse in der Schüler*innenschaft.

Plakatausstellung GeLoWe

In der 6B haben sich die Schüler*innen anhand von Material von der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Tagesschau mit den verschiedenen Aufenthaltsorten Anne Franks beschäftigt: Es ging unter anderem um Annes Lebenswirklichkeit im Amsterdamer Versteck und über ihren späteren Lageraufenthalt in Bergen-Belsen sowie ihr Grab, das dort heute noch besichtigt werden kann. Zentrale Stationen von Anne Franks Leben wurden auch in der 7A in Gruppenarbeit beleuchtet. Dort wurde in der darauffolgenden Woche das Thema dann mit dem Film „Meine beste Freundin Anne Frank“ vertieft. Dieser Film bildete in der 8C den Ausgangspunkt der Beschäftigung mit dem Thema. Nach dem Schauen des Films einigte sich die Klasse auf erinnerungswürdige Stichpunkte und malte diese dann mit Sprühkreide auf den Schulhof: Neben einem Bild von Anne waren dann dort für eine gewisse Zeit „Angst“, „Aufwachsen ohne Mutter“, „Unterdrückung“, „Freunde schätzen“, „Familie schätzen“ und „Besitz schätzen“ zu lesen.

Sprhkreide 2 8C

Vorher kannten viele Schüler*innen der Klasse Anne Frank gar nicht. Nach diesen Aktionen sollte sich ein gutes Bild von dem Mädchen hinter diesem Gedenktag ergeben haben. In der 9D war sie den Schüler*innen auch nur als Namensgeberin für Schulen und Kitas bekannt. Hier wurden die Wissenslücken vor allem mit einem Video vom YouTube-Kanal MrWissen2go geschlossen und es ergab sich eine anschließende Gesprächsrunde, warum Anne Franks Geschichte auch heute noch wichtig ist. Die 9C thematisierte Anne Frank in der Woche ihres Geburtstages immer wieder. So sah sich die Klasse am Dienstag im Religionsunterricht den Spielfilm von 2016 an. Am Mittwoch besuchten sie die Plakatausstellung, die am Standort Wersen aufgebaut war. Am Donnerstag füllte jede*r Schüler*in der Klasse eine Postkarte vom Anne Frank-Tag aus, auf der sie entweder die Frage „Warum ist Annes Geschichte wichtig für dich?“ oder „Wie kannst du Schüler*innen unterstützen, die diskriminiert werden?“ beantworteten.

Postkarten 9C

Am Freitag beschäftigte sich die Klasse schließlich mit den Seiten 8 bis 11 der diesjährigen Anne Frank-Zeitung: Es ging um die verschieden Helfer*innen für das Versteck in Amsterdam und um die Geschichte von Joop und Joop, zwei Freunde mit gleichem Namen und unterschiedlichen Religionen sowie ihre Geschichte zu Zeiten des dritten Reiches. In der 7B stieg die Klassenlehrerin mit dem Geburtsdatum von Anne Frank an der Tafel in das Thema ein. Recht schnell kam die Vermutung, das Datum hätte etwas mit einem der Weltkriege zu tun. Mit einem kurzen Video und vorbereiteten Folien wurde dann über das Datum und Anne Frank aufgeklärt. Auch hier sagte kaum einem Lernenden der Name zuvor etwas. In Partnerarbeit erhielten sie den Auftrag, sich gegenseitig die einzelnen Abschnitte über die Helfer*innen auf S.8/9 der Zeitung vorzulesen und über die Aufgabe auszutauschen, deren Ergebnisse dann im Plenum an der Tafel festgehalten wurden. Dabei fiel auf, dass trotz Hilfestellung niemand auf die Idee „aus Geldgründen zu helfen“ kam. Die Klassenlehrerin schlug dann einen Bogen zur Gegenwart und verwies auf die Schlepper in der aktuellen Flüchtlingsbewegung. Auch in dieser Klasse wird nach dem Gedenktag bzw. nach der Gedenkwoche noch weiter an dem Thema sowie am Thema Freundschaft gearbeitet werden, unter welchem Motto der Tag in diesem Jahr stand.

7B Tafelbild 2