Unsere Kinder: Verloren in den Medien?!

Im Juni 2022 haben wir, die SchülerInnen der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln, einen Workshop in den vierten Klassen der Grundschulen in Bullerdiek und Handarpe durchgeführt. Wir haben in einzelnen Gruppen von ca. drei Personen verschiedene Themen zu Sozialen Medien vorbereitet.

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Als wir in unserem Pädagogikkurs das Angebot bekamen, Workshops für Grundschüler zu organisieren, waren wir sehr interessiert und motiviert. Meine Gruppe entschied sich für die Themen „TikTok“, „WhatsApp“ und „Fortnite“. Unser Ziel war es, den Schülern die Risiken näher zu bringen, um sie für den Umgang mit Sozialen Medien zu sensibilisieren, denn bereits junge Menschen haben den Zugriff auf die genannten Apps und können diese ohne Einschränkungen nutzen. Dabei kann es selbstverständlich zu unangenehmen Situationen, wie Mobbing/ Hass oder sexueller Belästigungen kommen.

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Unseren Workshop starteten wir mit einer Vorstellungsrunde, wobei die SchülerInnen bereits die Apps nennen sollten, die sie aktuell nutzen. Auf diese Weise konnten wir einen kleinen Einblick in den Konsum und die Interessen der SchülerInnen erlangen. Zunächst sollten die Schüler eigene Erfahrungen nennen und erste Ideen für Gefahren aufzählen. Dann erzählten wir den SchülerInnen, welche Gefahren es tatsächlich gibt, und, wie man sich davor schützen kann. Das taten wir bei allen drei Apps und machten zwischendurch kleine, praktische Aufgaben. Beispielsweise eine kleine Wahl zu der Altersbeschränkung von „Fortnite“, Stille Post oder ein Plakat mit Tipps und Infos zu den Apps. Bei der Stillen Post wollten wir den Kinder aufzeigen, wie schnell Informationen verändert werden können und falsch interpretiert werden. Am Ende unseres Besuchs baten wir die SchülerInnen um ein kleines Feedback zu dem Workshop. Viele von ihnen fanden es Interessant, etwas Neues gelernt zu haben und unterhielten sich auch innerhalb der kleinen Pausen mit uns über die verschiedenen Apps.

Allgemein waren wir positiv überrascht, wie viel Bedarf doch in den Klassen für diese Themen existiert. Dabei fanden wir es schön, dass die SchülerInnen gerne ihre Erfahrungen mit uns teilten und aufmerksam zuhörten. Besonders „auffällig“ war für uns ihre Ansicht zum Thema Gewalt in Bezug auf das Spiel Fortnite. Viele von ihnen waren der Meinung, dass das Spiel harmlos wäre, da kein Blut enthalten sei. Es stimmt, dass „getötete“ Figuren einfach verschwinden, jedoch erklärten wir den SchülerInnen, dass das Spiel trotzdem Einfluss auf die Gewaltbereitschaft hat. Außerdem waren wir verwundert, wie „naiv“ die Eltern teilweise mit dem Konsum ihrer Kinder umgehen. Einige SchülerInnen berichteten davon, dass sie mit ihren Geschwistern oder allein bis 01:00Uhr nachts Spiele wie „Fortnite“ spielen durften.

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Zusammenfassend können wir sagen, dass innerhalb der Familien mehr Austausch über diese Themen stattfinden sollte. Gespräche, wie wir sie geführt haben, könnten auch die Eltern mit ihren Kinder führen. Sie sollten sich mehr mit den Apps ihrer Kinder auseinandersetzen, sodass diese mehr Vertrauen haben und in Zukunft sicher im Internet unterwegs sein können. Auch finden wir, dass die SchülerInnen, aufgrund ihres Interesses, öfter in der Schule über die Gefahren der Sozialen Medien reden sollten.

Von: Sherihje, Angelina, Jeniffer, Emilia, Aylin

 

Auch Ina sammelte wertvolle Erfahrungen und fasste ihre Eindrücke wie folgt zusammen:

 

Die Kinder waren sehr offen und haben sehr viele Erfahrungen geteilt. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, da die Kinder mir das Gefühl gegeben haben, dass es ihnen sehr wichtig war, in einer ‘‘safe-zone“ über ihre Medienerfahrungen zu sprechen und allgemein offen Fragen stellen zu können. Die Kinder hatten sehr viel Redebedarf, dies habe ich auch an die Lehrerin weitergegeben. Sie haben das Thema sehr gut angenommen und viel Verständniss gezeigt. Ich hatte auch das Gefühl, dass fast alle (90%) alles sehr gut verstanden haben und es auch umsetzten wollen und viel daraus gelernt haben. Die Lehrerin war sehr nett und war sehr froh drüber, dass wir dieses Projekt gemacht haben. Sie war auch sehr interessiert an unseren Tipps (z.B. dass man noch einmal über Privatsphäre, „Nein heißt Nein“ und einfach noch einmal den offenen Raum geben darüber zu reden) und war sehr dankbar. Sie hat uns sehr unterstützt mit etwas unruhigeren Schülern, so dass unser Plan super geklappt hat und gut durchführbar war. Unser Zeitmanagement war erstaunlicherweise sehr gut, wir müssten aber noch ein paar Flyer nachreichen. Alles in allem war es eine sehr schöne Erfahrung und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich würde das im nächsten Jahr sehr gerne wiederholen, da ich das als ein sehr wichtiges Projekt ansehe, innerhalb dessen ich nur gute Erfahrungen bis jetzt gesammelt habe. Die Kinder waren auch sehr dankbar und sehr nett.