- ein Bericht von Marc Leneschmidt und Kevin Richmeier -

Am 19. Mai 2022 besuchte der gesamte Jahrgang 12 der Gesamtschule Lotte-Westerkappeln die Gedenkstätte Esterwegen. Die Gedenkstätte ist der zentrale Gedenkort für die während der Zeit des Nationalsozialismus im Emsland errichten Lager. Ziel der Studienfahrt war es, sich mit den Geschehnissen während der NS-Zeit, vor allem aber mit den Schicksalen der damals dort Inhaftierten auseinanderzusetzen.

 Gruppenfoto Esterwegen1

Bereits im Unterricht bereiteten wir uns auf den Besuch vor und erfuhren, dass zwischen 1933 und 1945 insgesamt 15 nationalsozialistische Lager im Emsland errichtet wurden. Hier wurden insgesamt über 200.000 Menschen inhaftiert, die nicht der Ideologie der Nationalsozialisten entsprachen.

Als der Jahrgang die Gedenkstätte erreichte, empfingen uns bereits die Begleitpersonen. Unsere Gruppe begleitete Kurt Buck, welcher bereits seit über dreißig  Jahren in der Gedenkstätte arbeitet. Die Führung bestand aus einem Vortrag, einem Rundgang über das Gelände und dem eigenständigen Erkunden des Museums. Währenddessen stand Kurt Buck uns jederzeit für Fragen zur Verfügung. Die große Erfahrung und das breit gefächerte Wissen beeindruckten uns. Insbesondere die persönlichen Geschichten einzelner Inhaftierter, welche sich Kurt Buck über den jahrelangen Kontakt zu Zeitzeugen und deren Verwandten angeeignet hat, waren für uns eindrucksvoll und machten uns persönlich betroffen. So berichtete er zum Beispiel von dem dänischen Überlebenden Karl Salling Møller, der nur Dank seiner Stiefel im Lager überlebt hatte. Beim Rundgang auf dem Außengelände fiel uns auf, dass ein Großteil des ehemaligen Lagers nicht mehr sichtbar war. Wie sich herausgestellte, wurde das Lager nach der Befreiung abgerissen und verkauft. Kurt Buck erklärte daraufhin, dass es selbst mit einem Wiederaufbau des Lagers unmöglich sei, das Leid und die Schicksale der Gefangenen abzubilden. Um mehr über die Lebensumstände zu erfahren, konnten  wir uns innerhalb des Museums mithilfe umfangreicher Quellen und Berichte, die die Häftlinge teilweise selbst angefertigt hatten, informieren. Hier konnten wir auch Karl Salling Møllers Stiefel sehen.

Am Ende des Tages, gab der Jahrgang eine sehr positive Rückmeldung. Die Schüler*innen reflektierten, der Ausflug sei sehr wertvoll und lehrreich gewesen. Zudem fühlten sich viele persönlich berührt von den Schicksalen der Menschen. Besonders beeindruckend war sowohl für uns als auch Lehrer*innen die motivierte und kompetente Führung der Begleitpersonen.